Wir verwenden Cookies

Wir setzen auf dieser Webseite Cookies ein. Mit der Nutzung unserer Webseite, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Information dazu, wie wir Cookies einsetzen, und wie Sie die Voreinstellungen verändern können:

Geschichte poschtilädeli in Greifensee

Vor 3-5'000 Jahren hinterliessen Pfahlbauer die ersten Spuren an den Ufern des Greifensees. Funde aus dieser Zeit sind im Schloss Greifensee ausgestellt.

Das Schloss steht in der Geschichte des Städtchens immer im Mittelpunkt. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert durch den Grafen von Rapperswil errichtet. Im 14. Jahrhundert wurde die Kapelle – die jetzige Kirche – gebaut. Grafen, Ritter und die Stadt Zürich waren Besitzer des Schlosses und der Herrschaft. 

Salomon Landolt war der bekannteste Landvogt auf Schloss Greifensee und regierte bis 1786. Greifensee verlor seine politische Bedeutung 1831, als die Aristokratie gestürzt wurde und die Kantonsverfassung für alle Bürger Gleichheit brachte. Gottfried Keller hat über den Landvogt von Greifensee geschrieben. Die Geschichten um seine Geliebten sind amüsant und es lohnt sich diese zu lesen. Die Büchlein sind bei uns hier erhältlich. 

Anfang 19. Jahrhundert war das Schloss nahe dem Zerfall. Kaspar Schulthess-Escher aus Zürich kaufte das Schloss und den Landwirtschaftsbetrieb. 103 Jahre blieb es in Privatbesitz und wechselte in dieser Zeit mehrmals seine Besitzer.

1935 wurde das Schloss vom Kanton wieder zurückgekauft. Seit 1995 ist das Schloss mit einem Gebrauchsleihvertrag der Stiftung Schloss Greifensee als Ort der kulturellen Begegnung, Weiterbildung und Information verpachtet.

Details zur Geschichte des Städtli Greifensee sind auf www.greifensee.ch zu lesen. Auch über die Enthauptung der 62 Eidgenossen, welche während dem alten Zürichkrieg das Städtchen belagerten.

Das Haus im Städtli 16 oder „zur Alten Post“ wurde auch zum scharfen Eck genannt. Auf einem Balken des Quergiebels trägt es die Jahreszahl 1624.Im 18. und frühen 19. Jahrhundert wurde die „Alte Post“ von Färbern bewohnt, welche den Anbau als Farbhaus nutzten. Quelle: „Greifensee“ von Beat Frei

Es wurde gemäss Bevölkerungsverzeichnis 1634 von der Familie von Hans Conrad Maag, dem „Wundarzt zu Gryffensee“ bewohnt. Damals war ein Wundarzt kein wirklicher Arzt. Er versorgte zwar offene Wunden, war aber in erster Linie ein sogenannter Schärer und Bader, der den Kunden die Haare schnitt und sie in seiner Badstube baden liess. In den Holzkübeln sassen nackte Männer und Frauen und genossen den vom Wundarzt heimlich ausgeschenkten Wein. Dies geschah neben dem Pfarrhaus!


Frau Lisi Gull ist um 1900 im Städtli 16 zur Welt gekommen. Damals spazierten Hühner und Geissen durch das Städtli und im heutigen Landenberghaus waren Kühe untergebracht.Das Haus bekam den Namen „alte Post“ weil von 1935 bis 1946 Frau Gull in ihrer Stube den Postdienst für Greifensee geführt hat. Der Schalter ist noch heute im Eingangsbereich zu besichtigen.Hauptsächlich hat Lisi Gull im Kachelofenzimmer auf ihrem Webstuhl gewoben. Es ist das Zimmer welches von zwei Seiten Fenster hat. Die Stoffe wurden mit Ross und Wagen nach Zürich geliefert. 

1981 konnten Bonnie und Hansruedi Bosshard das Haus von der Gemeinde mieten. Es folgten arbeitsintensive Monate, in welchen das junge Paar das Haus Stück für Stück renovierten. Sie achteten dabei immer sorgfältig darauf, den alten Charakter zu erhalten. Schon ein Jahr später konnten sie im Parterre und 1. Stock das Wohn-Atelier und Poschti Lädeli eröffnen. 1985 renovierten sie die über den Verkaufsräumen liegenden Wohnräume und zogen mit ihren zwei Töchtern ins Städtli. „Ine güxle choschtet nüt“ war und blieb die liebenswerte Aufforderung an die Besucher. Die Feste im Städtli wurden stets seitens des Wohn-Ateliers und des Poschti Lädelis unterstützt. Auf Initiative von Bonnie Bosshard wurde gar der Ostermärt ins Leben gerufen und sie hat jahrelang dafür gesorgt, dass dieser einmalig blieb.

In ihrem Laden haben sie zahlreiche Ausstellungen organisiert: Den ganzen Laden ausgeräumt, damit sich die Ausstellenden bestens präsentieren konnten. Zu den Vernissagen erschienen immer viele Leute und der Kundenkreis hat sich laufend erweitert.

Das Sortiment des Poschti Lädeli wurde im Laufe der Zeit breiter und hat sich den neuen Moden und Bedürfnissen angepasst. Bonnie Bosshard hat immer wieder neue aussergewöhnliche Produkte aufgestöbert und sie den Kunden liebevoll arrangiert präsentiert. Weihnachten und Ostern wurde das ganze Haus festlich geschmückt und unzählige Dekorationsobjekte angeboten. Während 34 Jahren hat Bonnie Bosshard das Poschti Lädeli mit viel Herzblut geführt und es war ihre Passion die Kunden mit ihrem Angebot zu überraschen.

Das HRB Wohnatelier war weit herum für geschmackvolle Einrichtung und perfekte Beleuchtung bekannt. Hansruedi Bosshard hat seinen Beruf, den er auf dem zweiten Bildungsweg gelernt hat, als Berufung gesehen. Entsprechend leidenschaftlich hat er seine Kundschaft beraten und ihnen harmonische Inneneinrichtung verkauft. Ende 2014 hat sich auch Hansruedi Bosshard pensioniert.

Bosshard’s wohnen in den oberen Stockwerken des Hauses. Hansruedi Bosshard hat sein Büro immer noch im Kachelofenzimmer und der Blumengarten wird nach wie vor von Bonnie liebevoll gehegt und gepflegt.

Mit der Übernahme des poschtilädeli am 1.1.2012 durch Anita Irniger hat sich der Laden weiterentwickelt. Der Name wurde vereinfacht in einem Stück geschrieben, damit er als Internetadresse verwendet werden konnte. Die erste poschtilädeli-Site wurde in Blogform gehalten.

Das Angebot im Laden wurde und wird laufend den Kundenwünschen angepasst. Die Vielfalt der Produkte ist geblieben. Dies, weil die Besucher des poschtilädeli ebenso vielfältig sind. Das poschtilädeli darf sich immer noch kleines Warenhaus nennen.

Der Schauplatz ist entstanden. Der schöne Raum im Erdgeschoss mit den Bsetzisteinen wird als Ausstellungsraum und für Gäste genutzt. Kunstgegenstände wie Bilder und Objekte werden ausgestellt. Zweimal jährlich verwandelt sich der Schauplatz mit chic & tragbar in ein Modehaus, wenn Marlène Hégelé, Vreni Thurnheer, Liselotte Bachofen und Barbara Rohrbach, die Textilgestalterinnen, ihre im eigenen Atelier genähten Kleider zum Kauf anbieten.

Während den Sommermonaten werden jeweils Ausstellungen vom poschtilädeli und Gästen zu Themen gemacht: Edles Weiss und Edelweiss, Schutzheilige und Glücksbringer, Gjätt & Blatt, La vie en rose, Männerkram oder verspielt.

Für die Weihnachtszeit wird das ganze Haus umgestaltet und liebevoll dekoriert und in ein Weihnachtshaus verwandelt. Auch hier immer mit einem Thema.

Schenken und Dekorieren bleibt die Grundidee des Ladens. Für Kunden soll es ein Ort sein, wo man sich wohlfühlt, wo Produkte eins zu eins zu sehen sind und die Möglichkeit besteht, ein paar Worte zu wechseln. 

Und jetzt kommt eine neue Ära, sozusagen die Filiale mit dem poschtilädeli mit Online Shop. Helen Irniger hat den Shop von Grund auf selbst gestaltet, auch fast alle Fotos geknipst. So sind nun Mutter und Tochter mit viel Liebe zu den Details im poschtilädeli Laden und Online Shop engagiert. 

Solch kleine Betriebe sind eine Herzensangelegenheit – besonders in der heutigen Zeit – mit extrem viel Arbeit und Einsatz verbunden. Geld verdienen lässt sich leider damit wenig. Lohn ist auch die Freude, Freude zu bereiten, den Kundinnen und Kunden ein Erlebnis zu bieten.

Es geht weiter…..